Entwicklung und Erprobung von technologieorientierten Messinstrumenten zur Feststellung der beruflichen Handlungskompetenz in der Pflege älterer Menschen (TEMA)

Das Forschungsvorhaben hatte die Entwicklung und Erprobung eines technologieorientierten Messinstruments zur Feststellung von beruflicher Handlungskompetenz in der Pflege älterer Menschen zum Gegenstand, das praktische Anwendbarkeit und wissenschaftliche Solidität miteinander verbindet. Es ging darum, ein empirisch abgesichertes Kompetenzmodell und Testverfahren zu entwickeln, die eine valide und international anschlussfähige Messung beruflicher Kompetenzen mit Hilfe von neuen technologie-basierten Messverfahren unter Anwendung der probabilistischen Testtheorie ermöglichen. Im Projekt wurden mehrere theoretische Akzente gesetzt: (1) Die theoriebasierte Kompetenz- und Aufgabenmodellierung zur Abbildung berufsrelevanter Handlungskompetenz zielte auf die heuristische Modellierung von Kompetenzen in der Pflege älterer Menschen auf der Basis einschlägiger theoretischer Modelle sowie der Ergebnisse von Expert*innengesprächen. (2) Die curriculare und ökologische Validierung des Kompetenzmodells und der Testverfahren diente der Spezifizierung des Kompetenzmodells und der Ableitung berufstypischer Handlungssituationen. (3) Die psychometrische Analyse der Testverfahren und IRT-basierte Kompetenzmodellierung untersuchte Fragen der empirischen Abbildbarkeit des Kompetenzstrukturmodells und der empirischen Bezüge zwischen den Testaufgaben und den zu erfassenden Kompetenzdimensionen, insbesondere bezüglich emotionaler Teilfähigkeiten. (4) Durch die Organisation einer Wissenschaft-Praxis-Kooperation wurde eine partizipative Modellentwicklung durch aktive Mitwirkung von Vertreter*innen aus der Pflegebranche verfolgt. Dadurch wurde sichergestellt, dass die entwickelten Verfahren in der Pflegepraxis einen konkreten Anwendungsbezug haben, breite Akzeptanz erfahren und dorthin transferiert werden können. Auf Grundlage der Analyse beruflicher Handlungssituationen, theoretischer und empirischer Kompetenzmodelle der Berufs- und Wirtschaftspädagogik und Pflegepädagogik sowie curricularer Rahmenbedingungen wurde ein heuristisches Kompetenzmodell für den Pflegebereich entwickelt, das sich in einen bewohnerbezogenen, einen organisationsbezogenen und einen selbstbezogenen Kompetenzbereich gliedert. Ausgewählte Bereiche des Kompetenzstrukturmodells wurden in charakteristischen Handlungssituationen abgebildet und entsprechende Stimuli und Indikatoren entwickelt, die individuelle Kompetenzniveaus der Testpersonen sichtbar machen konnten. Die Kompetenzerfassung erfolgte realitätsnah mit Hilfe videobasierter Szenen authentischen beruflichen Handelns, die in eine virtuelle Testumgebung eingebunden waren. Die Validität der Testaufgaben wurde in mehreren Schritten durch curriculare Validierung, inhaltliche Validierung in Form von Expert*inneninterviews sowie Konstruktvalidierung in Form einer Pilotierungsstudie sichergestellt. Das Design folgte der probabilistischen Testtheorie und verfolgte das Ziel, auf Basis von IRT-Modellen auswertbar zu sein. (Projekt/IQB)

  • Forschungsdesign: Beobachtungsdesign
  • Stichprobe: Auszubildende der Altenpflege am Ende der 3-jährigen Berufsausbildung und Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege im dritten Ausbildungsjahr (N=454)
  • DOI: 10.5159/IQB_TEMA_v1
  • Sperrvermerk/e: Nein

  • Individueller und institutioneller Hintergrund
    • Soziodemografischer Hintergrund Freitext:
      • soziodemografische Standardvariablen
      • Migrationshintergrund Freitext:
        • familiärer Migrationshintergrund
      • Kulturelles Kapital Freitext:
        • kulturellen Aktivitäten
        • Besitz an lernrelevanten Kulturgütern
      • Familiärer Hintergrund Freitext:
        • Bildungs- und Erziehungsklima der Herkunftsfamilie
        • kulturelle Aktivitäten
        • Familienkonstellation am Ende der Schulzeit
        • sozio-ökonomischer Status der Herkunftsfamilie
        • aktuelle Lebensumstände
    • Personale Merkmale
      • Lern- und leistungsbezogene Einstellungen Freitext:
        • betriebliche Lernmotivation
        • berufliche Aspirationen/Einstellungen
        • Disposition gegenüber schulischem Lernen
        • intrinsische Lernmotivation
      • Schulbezogene Einstellungen und Verhaltensweisen Freitext:
        • Schulmüdigkeit
    • Beruflicher Hintergrund
      • Berufliche Situation Freitext:
        • Art des Ausbildungsbetriebs
        • Unterscheidung von Auszubildendengruppen
    • Institutionelle Hintergrundmerkmale
      • Ausstattung der Schule Freitext:
        • personelle, materielle und technische Ausstattung
        • Art des Ausbildungsbetriebs
      • Standort der Schule Freitext:
        • Standort der Schule
      • Organisation des Schulbetriebs Freitext:
        • qualitative betriebliche Ausbildungsangebote
      • Organisation des Lehrbetriebs Freitext:
        • Periodizität des Berufsschulunterrichts
        • qualitative betriebliche Ausbildungsangebote
      • Lerngelegenheiten Freitext:
        • Lernfeld: Pflege
        • Lernfeld: Unterstützung und Alltag
        • Lernfeld: Qualität und Rahmenbedigungen
        • Aufgabenfelder in der Ausbildungseinrichtung
        • Gelegenheiten arbeitsvermittelter Ausbildungserfahrungen außerhalb des eigenen Ausbildungsbetriebs
        • quantitatives Ausbildungsangebot
    • Bildungsbiografie Freitext:
      • Branche Ausbildungsbetrieb
      • Verkürzung Ausbildung
      • Direktheit des Übergangs in jetzige Ausbildung
      • Art der Überbrückungsaktivitäten
    • Freizeitverhalten und Mediennutzung
      • Private ICT-Nutzung Freitext:
        • Erwerb allgemeiner und spezifischer beruflicher Kompetenzen vor Ausbildungsbeginn
        • Zeitaufwand für Computer- und Internetnutzung
      • Freizeitaktivitäten und Peergruppe Freitext:
        • aktuelle Zeitverwendung in der Freizeit
  • Lehr-Lernarrangements
    • Unterrichtsgestaltung/Unterrichtspraxis
      • Einsatz und Variation verschiedener Unterrichtsmethoden Freitext:
        • Instruktionsqualität im Unterricht
        • Unterrichtsgestaltung
        • qualitative betriebliche Ausbildungsangebote
        • Betriebliche Aufgabenvielfalt u. Fähigkeitsentsprechung
      • Klarheit und Strukturiertheit Freitext:
        • Instruktionsqualität im Unterricht
        • Unterrichtsgestaltung
        • betriebliche Instruktionsqualität
      • Unterrichtsvorbereitung und Unterrichtsinhalte Freitext:
        • Instruktionsqualität im Unterricht
        • Unterrichtsgestaltung
        • Intensität der Behandlung von Themen/Aufgabenfeldern
    • Klassenführung
      • Fachliche Unterstützung/individuelle Förderung Freitext:
        • Unterstützung durch Lehrer
        • Betriebliche Aufgabenvielfalt u. Fähigkeitsentsprechung
        • Zugewandtheit Ausbilder
        • Qualität der schulischen Unterrichtsgestaltung
        • Qualität der betrieblichen Ausbildungsgestaltung
        • Anforderungspassung/Übereinstimmung von Aufgabenschwierigkeiten und Fähigkeiten
      • Effektive Zeitnutzung/Disziplin im Unterricht Freitext:
        • zeitliche Autonomie
      • Leistungsbeurteilung/Diagnostische Kompetenz Freitext:
        • Lernprozesskontrolle Unterricht
        • betriebliche Lernprozesskontrolle
        • Qualität der schulischen Unterrichtsgestaltung
      • Schülerorientierung/Soziale Unterstützung Freitext:
        • Unterstützung durch Lehrer
        • Qualität der schulischen Unterrichtsgestaltung
        • Qualität der betrieblichen Ausbildungsgestaltung
    • Lernatmosphäre im Unterricht und Klassenverband
      • Lernklima Freitext:
        • schulisches Lernklima
        • betriebliches Lernklima
      • Klassenklima Freitext:
        • Unterstützung durch Mitschüler
        • Zugewandtheit Kollegen
        • Bedeutung der Peers für Ausbildungsfragen
        • schulische Lernklima
  • Schulische Wirkungen
    • Kognitive Lernergebnisse Freitext:
      • Abschlussnoten in Mathematik und Deutsch

  • Domänespezifische kognitive Kompetenzen
    • Sprachliche Kompetenz
      • Testinstrumente Sprache Freitext:
        • MaK-adapt-Test
      • Deutsch
        • Rezeptiv
          • Lesen Freitext:
            • Lesekompetenz
  • Handlungskompetenz Freitext:
    • Testinstrument: MaK-adapt-Test
    • berufliche Handlungskompetenz in der Pflege älterer Menschen (Pflegekompetenz)

  • Indikatoren
    • Test-Bearbeitungszeit Freitext:
      • Bearbeitungsdauer
Datensatz veröffentlicht am
2. September 2015
aktuelle Version verfügbar seit
2. September 2015
Erhebungszeitraum
2014
Stichprobe
Auszubildende der Altenpflege am Ende der 3-jährigen Berufsausbildung und Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege im dritten Ausbildungsjahr (N=454)
Erhebungseinheit
  • Auszubildende
erfasste Kompetenzen
berufliche Handlungskompetenz in der Pflege älterer Menschen, Lesekompetenz
Region
Bayern, Nordrhein-Westfalen
Leitung
  • Döring, Dr. Ottmar
  • Hartig, Prof. Dr. Johannes
  • Nauerth, Prof. Dr. Annette
  • Weyland, Prof. Dr. Ulrike
  • Wittmann, Prof. Dr. Eveline
Datengebende
  • Döring, Dr. Ottmar
  • Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH
Auftraggebende / Mittelgebende
Verwandte Studien
Zitationsvorschlag
Döring, O., Wittmann, E., Hartig, J., Weyland, U., Nauerth, A. & Kaspar, R. (2015). Entwicklung und Erprobung von technologieorientierten Messinstrumenten zur Feststellung der beruflichen Handlungskompetenz in der Pflege älterer Menschen (TEMA) (Version 1) [Datensatz]. Berlin: IQB – Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen. http://doi.org/10.5159/IQB_TEMA_v1
Datenrestriktion/Zugangshinweise
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Weitere Informationen

Literatur

Eine Auswahl an Publikationen finden Sie hier:

2016

Döring, O., Weyland, U., Wittmann, E., Nauerth, A., Hartig, J., Kaspar, R., Möllers, M., Rechenbach, S., Simon, J., Worofka, I., & Kraus, K. (2016). Technologiebasierte Messung beruflicher Handlungskompetenz in der Pflege älterer Menschen: Kompetenzmodellierung und Testverfahrensentwicklung. In A. Dietzen, R. Nickolaus, B. Rammstedt, & R. Weiß (Eds.), Kompetenzorientierung (pp. 117–132). Bertelsmann.

Kaspar, R., & Hartig, J. (2016). Emotional competencies in geriatric nursing: empirical evidence from a computer based large scale assessment calibration study. Advances in health sciences education : theory and practice, 21(1), 105–119. https://doi.org/10.1007/s10459-015-9616-y

Kaspar, R., Döring, O., Wittmann, E., Hartig, J., Weyland, U., Nauerth, A., Möllers, M., Rechenbach, S., Simon, J., & Worofka, I. (2016). Competencies in Geriatric Nursing: Empirical Evidence from a Computer-Based Large-Scale Assessment Calibration Study. Vocations and Learning, 9(2), 185–206. https://doi.org/10.1007/s12186-015-9147-y

2015

Simon, J., Rechenbach, S., Kaspar, R., Möllers, M., & Worofka, I. (2015). Entwicklung eines heuristischen Kompetenzmodells für die Pflege älterer Menschen: Strukturelle und inhaltliche Analysen unter Berücksichtigung domänenspezifischer Anforderungen. bwp@ Spezial 10 - Berufsbildungsforschung im Gesundheitsbereich, 1–26.

Wittmann, E., Weyland, U., Kaspar, R., Döring, O., Hartig, J., Nauerth, A., Rechenbach, S., Möllers, M., Simon, J., & Worofka, I. (2015). Betriebliche Ausbildungsmerkmale und berufsfachliche Handlungskompetenz in der Altenpflege. Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 111(3), 359–378.

2014

Döring, O., Möllers, M., & Schöpf, N. (2014). Qualitätssicherung durch Kompetenzmessung: Technologiebasierte Kompetenzmessung am Beispiel der Altenpflege. Wirtschaft und Beruf, 34–43.

Wittmann, E., Weyland, U., Nauerth, A., Döring, O., Rechenbach, S., Simon, J., & Worofka, I. (2014). Kompetenzerfassung in der Pflege älterer Menschen - Theoretische und domänenspezifische Anforderungen der Aufgabenmodellierung. In J. Seifried, U. Faßhauer, & S. Seeber (Eds.), Jahrbuch der berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung 2014 (pp. 53–66). Budrich. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0111-pedocs-97258